Investieren bis die Blasen platzen?

In London treiben ausländische Inverstoren die Immobilienpreise in die Höhe. Der Mittelstand ächzt. Doch dass der Markt auf eine Mauer stösst, eine Blase platzt, ist nichts Zwangläufiges.

Kürzlich lief eine TV-Dokumentation, die sich mit Immobilienkäufen ausländischer Investoren in London beschäftigte. Ein heisses Eisen. Gerade die Briten sind bekannt dafür, ein Leben im eigenen Reiheneinfamilienhaus zu verbringen, vielleicht sogar einen Garten zu pflegen und die Feierabende darin zu verbringen. Welche eine Idylle! Doch dieses Bild bekommt immer mehr Kratzer.

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Investoren aus Asien, den USA, dem arabischen Raum, bestimmt auch aus Europa stecken ihr Geld in Londoner Immobilien. Professionelle Immobilienanleger legen Volumina im dreistelligen Millionen- oder sogar im Milliardenbereich an. Teilweise erwerben sie die Liegenschaften, bevor sie überhaupt gebaut sind. Schliesslich spielt es für sie eine untergeordnete Rolle, ob das Gebäude schön aussieht oder sich in seine Umgebung einschmiegt. Die Investition soll sich einfach auszahlen. Die Anleger kaufen also Immobilien, um sie zu einem höheren Preis wieder zu verkaufen und in der Zwischenzeit eine Rendite zu erzielen. Dies beispielsweise in Form von Mieteinnahmen. Diese Anlagepolitik steigert die Immobilienpreise und drängt den Mittelstand immer mehr aus den Eigenheimen und in Mietwohnungen. Ausgerechnet für jene Gesellschaftsschicht, die ohnehin schon im Schwinden begriffen ist, wird die Luft dünner und dünner. Dabei erzählten die Politiker den Leuten stets aufs Neue, dass ausländische Investitionen auch das Konto des Durchschnittsbürgers äufneten. Doch davon, so die Londoner, spürten sie wenig. Dies ist eine Seite.

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Auf der anderen Seite steigen manche Londoner Bürger selbst in das Immobiliengeschäft ein. Sie kaufen Immobilien als Renditeobjekte, bestreiten ihren Lebensunterhalt aus den Mieten. Einige bringen es zu handfestem Reichtum, wie sie es mit anderen Anlageklassen kaum hätten realisieren können. Denn die Zinsen liegen bei so gut wie null Prozent. Unternehmensanleihen und Staatspapiere werfen praktisch nichts mehr ab, gerade wenn der Schuldner Schweiz oder Deutschland heisst. Substanzwerte und zinsfreie Investitionsobjekte sind gefragt. Neben Aktien und Rohstoffen gelten Immobilien als zuverlässige Objekte. Und so strömen sie gemeinsam in den Markt für Liegenschaften, Geschäftsgebäude und Wohnhäuser.

Was passiert, wenn die Zinsen wieder steigen, andere Destinationen attraktiver werden, die Preise in London so hoch sind, dass die Renditen sie nicht mehr rechtfertigen, weiss im Grunde niemand. Nur einige wollen beobachtet haben, dass sich eine Blase bedrohlich aufbläht. Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis sie zerplatze. Dass das ausgerechnet in einer Finanzmetropole wie London geschehen könnte, erhöht die Brisanz. Im Fall aller Fälle, den wir alle uns am liebsten ersparen würden, käme es wohl abermals zu einer finanz- wie auch realwirtschaftlichen Krise. Soweit sind wir allerdings jetzt noch nicht, und es könnte genauso gut aufs Gegenteil hinauslaufen, zum Beispiel wenn die Leute aufs Land ziehen und die Firmen sich ausserhalb des urbanen Zentrums ansiedeln, um Mietkosten zu sparen. Dann nämlich könnte sich in mit vergleichsweise weniger Wohlstand gesegneten Regionen ein steter Aufschwung einstellen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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