Mit dem E-Bike durch die Pyrenäen nach Paris

Es klingt verrückt. Radsportler bauen ihre Leistungsfähigkeit nicht mehr nur mit Müesliriegel, Rivella oder Cola sowie EPO und andere Dopingmitteln auf. Seit einigen Jahrzehnten kommt es immer wieder zu Spekulationen, dass sich Radprofis mit einem Elektromotor im Tretlager, der Hinterradnabe oder der Hinterradfelge zusätzlichen Schub verschaffen. Gemäss dem «Tages Anzeiger» liefert ein solches mechanisches Doping bis zu zwischen 400 und 500 Watt Leistung. Mit dieser Leistung könnte man 24 Liter Wasser innert einer Stunde von 15 auf 30 Grad Celsius erwärmen. Das klingt nach ganz schön wenig. Doch zu bedenken gilt es, dass 400 Watt der Leistung entspricht, die ein Radprofi über eine Stunde auf die Pedalen bringt, beispielsweise in einem langen Zeitfahren oder demnächst wieder in den Pyrenäenetappen der Tour de France. Kurzfristig schafft ein Profipedaleur sogar über 800 Watt, etwa in einem Endspurt. Zum Vergleich: Ein Durchschnittsmensch kann 180 bis 200 Watt über eine Stunde treten respektive eine Maximalleistung von 350 bis 400 Watt erreichen. Aus dieser Warte sind 400 Watt Unterstützung durch einen Elektromotor wiederum doch sehr beachtlich und können in der einen oder anderen das Rennen entscheidenden Situation den Ausschlag geben.

So geriet der Schweizer Radprofi Fabian Cancellara im Jahr 2010 unter Verdacht des Motordopings, nachdem er bei den Frühjahrsklassikern Flandernrundfahrt und Paris-Roubaix der Konkurrenz scheinbar mühelos davonpedalierte und beide Rennen gewann. Dasselbe gelang Canellara auch im Jahr 2013. Neben dem Schweizer gelang es in der jüngeren Vergangenheit nur Tom Boonen (2005, 2012) und Peter van Petegem (2003) das Double zu erringen. Wer nach weiteren Doppelsiegern sucht, muss bis ins Jahr 1962 zurückblicken. Damals war Rik Van Looy in beiden Monumenten des Radsports der Schnellste. Die Statistik zeigt, dass es einem Kunststück gleichkommt, die Flandernrundfahrt und Paris-Roubaix im selben Jahr zu gewinnen. Kaum verwunderlich also, dass ein Doublegewinner rasch einmal des Dopings verdächtigt wird. Bewiesen ist ein möglicher illegaler Motoreinsatz weder bei Cancellara noch bei Boonen und auch nicht bei van Petegem. Einzig einige Beobachter der Radsportszene schliessen aufgrund von Kameraaufnahmen auf einen Elektromotor im Tretlager von Cancellaras Rennmaschine:

 

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