Zwischenruf: Akkus in Samsung-Geräten

Mittlerweile dürfte es die Runde gemacht haben: Samsung hat sein neues Flaggschiff «Note 7» mit einem gemessen am Gehäuse zu grossen Akku bestückt. Im Inneren des Gerätes wurde es darum eng. Das führte zum Kurzschluss. Für die Nutzer war das bisweilen schmerzhaft, weil das «Note 7» schmolz, explodierte, Feuer spuckte oder sich in sonst einer Weise bemerkbar machte, die höchstens unter Labor-Bedingungen und zu Testzwecken gedultet wäre.

samsung_akku_explosion

Zudem habe der südkoreanische Technologiekonzern seine Zulieferer allzu kurze Lieferfristen gesetzt, wie man derzeit aus den Medien vernimmt. Denn man wollte der Welt das neue Prunkstück noch vor der Präsentation des iPhone 7 vorstellen. Wenn Ihr mich fragt: Samsung hat ganz einfach zu viel Gas gegeben und zu wenig Sorgfalt walten lassen. Im Klartext: Pfusch!

Überhaupt, die Akkus sind ein leidiges Thema. Vor rund einem Jahr erwarb ich ein «Galaxy 3 neo». Gewiss, dieses Smartphone gehört in die Kategorie «untere Mittelklasse», war auch nicht besonders teuer. Doch der Akku meines Smartphones ist heute so gut wie tot. Sprich: Das Gerät funktioniert nur noch, wenn ich es an der Steckdose angeschlossen habe. Es handelt sich also nicht mehr um ein Mobilephone, eher um einen Desktop-PC im Kleinstformat.

Da fallen mir die Worte eines Arbeitskollegen ein: «Warum hat noch niemand einen Smartphone-Akku mit einer Reichweite von mehr als einem Tag und einer Lebensdauer von über einem oder eineinhalb Jahren entwickelt?» – Weil es sich für die Hersteller nicht lohnt. Ganz einfach. Nur wenn Handys nach höchstens einem Jahr den Geist aufgeben, rechnet es sich, alle paar Monate neue Modelle auf den Markt zu schmeissen und sich um die Innovationsführerschaft zu konkurrieren. Aber eben.

Die immer kürzeren Entwicklungszyklen können zum Bumergang werden, und zwar genau dann, wenn man wie Samsung beim «Note 7» vor lauter Eile Konstruktionsfehler begeht – Fehler, die einem dann das Image ramponieren und den Umsatz um einige Milliarden stutzen.

Trotzdem hat die Geschichte, zumindest meine mit dem «Galaxy 3 neo», eine postive Seite: Ich kann mich im Leben ohne Handy üben, wenn immer ich nicht gerade eine Steckdose zur Verfügung habe. Da werden Erinnerung an die Kindheit wach, an die Zeit, in der wir noch das Echte erlebten und Virtuellem null Ahnung hatten. Zudem habe ich einen handfesten Grund, wenn ich nicht laufend erreichbar bin. Freunde, ich sage Euch: Das ist ein prächtiges Lebensgefühl, für das ich Samsung schon fast wieder dankbar sein sollte.

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