Wie wird man reich?

Ich wohne am Stadtrand von Zürich. Vor meiner Wohnung zieht sich eine Strasse, die fast bis zum Hauptbahnhof reicht. Wenn wir diese Strasse entlang spazieren, können wir lernen, warum es manche Menschen zu Reichtum bringen, während andere nahezu ihre finanzielle Existenz verlieren.

Reichtum

 

Dranbleiben

Zu den Reichen gehört neuerding ein Bekannter von mir. Ich lernte ihn vor etwa fünf Jahren kennen. Die Kommunikationsagentur, für die ich damals arbeitete, suchte nach einem Google-Adwords-Spezialist. Da meldete sich einer, der sich gerade selbstständig gemacht hatte, und mit seinem Einmannbetrieb Aufträge an Land ziehen wollte. Ganz ehrlich, ich weiss nicht mehr, ob wir damals ins Geschäft kamen. Vor zwei Tagen jedoch stach mir die Firma meines Bekanntes ins Auge. Sie muss enorm gewachsen sein, denn sie hat sich auf zwei Stockwerken in einem Hause nahe dem Bahnhof Oerlikon eingemietet. Dranbleiben ist also ein sehr guter Weg, um reich zu werden.

Smart Pricing

Clever sein ist ein anderer Weg: Eine Gruppe junger Türken habt vor rund drei Jahren – behaften Sie mich nicht – einen Coiffeurladen an besagter Strasse eröffnet. Ein Herrenhaarschnitt kostet 25 Franken. Einige Meter weiter kann man bei Gidor, dem Coop-Friseur, die gleiche Dienstleistung für etwas über 40 Franken beanspruchen. Während Gidor an Ort tritt, haben die türkischen Friseure ihre Ladenfläche fast verdoppelt. Merke also: Smart Pricing fördert das Geschäft, was sich am Ende des Tages auch auf das Bankkonto niederschlägt.

Baustellen

Ein ganz anderes Schicksal ereilte die Bäckerei, die 500m von meiner Wohnung entfernt allerhand Leckereien feilbot. Doch das war einmal. Eine Baustelle wurde meinen Nachbarn zum Verhängnis. Sie verursachte nicht nur für so manche Verwirrung bei Autofahrern und Fussgängern, sondern versperrte auch die Zufahrt zu den Parkplätzen der Bäckerei. Keine Parkplätze, keine oder zumindest weniger Kunden. So kam es, dass die Bäckerfamilie das Geschäft aufgeben musste. Ob sie für die materielle Enteignung entschädigt wurde, weiss ich nicht. Klar ist mir aber seither, dass Baustellen einen zu armen Tagen bringen können. Auf diesem Wege wünsche ich den ehemaligen Inhabern der Brotmanufaktur alles Gute für die Zukunft.

Moral der Geschichten

Fassen wir zusammen, was wir auf dem kurzen Spaziergang der Strasse vor meinem Fenster entlang gelernt haben. Erstens, bleibe dran. Zweitens, sei clever. Drittens, meide Baustellen. So wird man reich.

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