Vorprogrammiert

​Schreiben Sie niemals das Wort «vorprogrammieren» und auch nicht seine Ableitungen. Bei «Er programmiert vor» oder «Fehler sind bei seiner Haltung gegenüber dem Thema vorprogrammiert» oder «Dass der Ball nach diesem Schuss ins Tor flog, war vorprogrammiert, weil dem Torwart die Sicht verdeckt war» handelt es sich wohl um Sätze, deren Sinn wir erkennen. Doch sie sind inhaltlich falsch und stilistisch ein Teufelchen.

Die Silbe «gramm» stammt aus dem Lateinischen und bedeutet «Schrift» oder «Geschriebenes». Sie bereitet im Wort «vorprogrammieren» null Probleme, ist also korrekt verwendet. Zweifel stellen sich aber bei den Silben «vor» und «pro» ein. Denn das lateinische Wort «pro» entspricht den deutschen Präfixen «für» respektive «vor». Aufgrund dessen bedeutet «vorprogrammieren» nichts als «vorvorgrammieren» beziehungsweise «vorvorschreiben».

Was genau damit zum Ausdruck kommen soll, kann ich auch nur erahnen. Womöglich geht es um die das Vorschreiben des Vorschreibens oder um das Programmieren des Programmierens im informationstechnischen Sinne. Letzteres entspräche vermutlich der Entwicklung einer Programmiersprache, was nur wenigen Informatikern vorbehalten und für das Gros der Menschen so gut wie belanglos ist. Sie erkennen schon, dass «vorprogrammieren» nicht nur stilistisch ein Graus ist, sondern auch zu semantischen Verschiebungen im Vergleich mit dem Wort «programmieren» führt.

Fazit: Spare drei Buchstaben, schreibe «programmieren», vermeide das Wort «vorprogrammieren»!

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