Eishockey-Statistik spricht eher für die Schweiz

Ein wenig merkwürdig kommt es mir doch vor, dass das Highlight dieses Tages für 20.15 Uhr angesagt ist. Immerhin könnte ich an diesem 13. Mai auf andere Glanzlichter hinfiebern. Beispielsweise möchte ich noch ein Muttertagsgeschenk besorgen und mich nach einiger Zeit wieder einmal in Klimmzügen versuchen. Oder ich könnte mich jemandem verabreden, den Flohmarkt auf dem Bürkliplatz in Zürich besuchen oder …

All dem zum Trotz freue ich mich auf das Spiel Schweiz vs. Kanada von heute Abend, 20.15 Uhr. Da bleibt nur zu hoffen, dass diese Weltmeisterschaftspartie hält, was sie verspricht: ein Spiel mit Herzblut und Leidenschaft, zwei Mannschaften, die sich nichts schenken und am Ende ein verdienter Sieger.

Geht es nach einem 20-Minuten-Journalisten, heisst der Sieger mit so hoher Gewissheit Kanada, dass die Schweiz sich besser gar nicht erst um ein positives Resultat bemühen sollte. Viel eher, so der Journalist, sollten die Eidgenossen Kräfte sparen, die dann gegen Finnland und Tschechien die Viertelfinalteilnahme einspielen sollen. Solche Aussagen müssen die Schweizer Eishockeyprofis wie eine Faustschlagsalve treffen. Ich kann dazu nur sagen: Journalisten-Logik! Hauptsache man findet Beachtung. Und mit so einem Beitrag provoziert man ganz bestimmt geharnischte Reaktionen, die immerhin zeigen, dass der Artikel gelesen wurde.

20-Minuten-Leser «Rüdiger» kommentiert den Artikel mit diesen Worten:

«Was ist den das für eine Einstellung? Wir haben Kanada schon in der Vergangenheit geschlagen und können das wieder. Man muss nur daran glauben.»

Ein Blick in die Statistik bestätigt «Rüdigers» Aussage. Zwar hat die Schweiz in den letzten Jahren gegen Kanada häufiger verloren als gewonnen. Aber sie hat die Nordamerikaner immer wieder geschlagen, und das gerade an Weltmeisterschaften.

Das 2:7 an der WM 2015 in Prag kann schon fast als Tolken im Reinheft gesehen werden. Dies besonders im Vergleich mit dem 3:2-Sieg, mit dem sich die Schweiz an der WM 2013 den Weg zur Silbermedaille bahnte. An den Weltmeisterschaften der Jahre 2011 und 2012 gab es zwar je eine Niederlage. Doch bei einem 3:4 (2011) und einem 2:3 (2012) kann man wohl kaum von einer haushohen Überlegenheit der Kanadier sprechen.

Die Resultate an den Weltmeisterschaften der letzten Jahre fielen aus Schweizer Sicht also besser aus, als die Prognosen für heute Abend formuliert worden sind. Mit anderen Worten: So klar überlegen, wie gewisse Leute meinen, ist Kanada aufgrund der jüngsten WM-Spiel-Ergebnisse nicht. In dem Sinne spricht die Statistik dafür, dass sich die Schweiz zumindest mit einer guten Leistung aus der Affäre zieht, vielleicht sogar für eine Überraschung sorgen kann. Man stelle sich nur vor, dass es nach 60 Minuten unentschieden stünde. Dann hätte die Schweiz etwas geschafft, das bisher noch keinem Team an dieser WM gelang – der so gewonnene eine Punkt könnte dann das Zünglein sein, das die Viertelfinalwaage zugunsten der Schweiz zu kippen vermag.

 

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