Mit drei Hunden durch die Nacht

Englisch ist eine herrliche Sprache, nicht? Mich begeistern immer wieder die Idiome mit ihren Wortbildern, die einem zum Frieren, Schwitzen, Lachen, Weinen, Erröten, kurz: zum Mit- und Erleben bringen, als wäre man Teil dieses Bildes. Ein solches Idiom kam mir ausgerechnet in diesen Tagen mit ihren bis dato Jahreshöchsttemperaturen zu Ohren. Von „a three dog night“ sprechen unsere englischsprachigen Weltmitbürger, wenn eine Nacht nicht nur kalt oder – pardon – schweinekalt ist, sondern einem so richtig bitter bis auf die Knochen frieren, zittern, schlottern lässt.

threedognight

Nur wer drei Hunde um sich legen kann, sagt in diesem Stall „gute Nacht“.

Zur Herkunft des Idioms kursiert eine Geschichte, die zu meinem Erstaunen in Australien spielt – ich hätte sie eher im nördlichsten Norden von Grossbritannien angesiedelt aber sei es drum. Früher gab es jedenfalls noch keine Heizungen oder die Leute schliefen im Freien, beispielsweise wenn sie als Hirten ihre Brötchen verdienten. Um sich vor der Kälte zu schützen legten sie sich neben einen Hund. Wenn es sehr, sehr frostig war bettete man sich zwischen zwei Hunden. Und wenn es knochenzerreissend eisig war, brauchte es schon drei Hunde, um so eine Nacht zu überleben. Seither steht „a three dog night“ für Nächte, in denen man sich drei Hunde um den Körper legen müsste, würde man unter freiem Himmel schlafen. Hui! Bin ich froh, dass es a) Heizungen und b) Fassadenisolationen gibt sowie c) dass gerade Sommer und der Winter noch fern ist.

 

 

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