Faktist. Schwammintelligenz

Schwämme – ich spreche von Haushaltsschwämmen – sollte man unter keinen Umständen reinigen, sondern alle zehn Tage ersetzen. Denn nach jeder Reinigung werden die Keime, die sich im Schwamm tummeln, insgesamt stärker. Und das geht so, wie es das folgende Beispiel illustriert: Nach gründlichem Waschen mit Heisswasser und Reinigungsmitteln sterben, sagen wir, 90 Prozent der Bakterien ab. Überleben werden nur die 10 Prozent, die am stärksten sind. Diese Keime vermehren sich. Schliesslich wohnt eine Population widerstandsfähiger Bakterien im Schwamm, die stärker sind als 90 Prozent der ursprünglich vorhandenen Keime. Dieser Mechanismus kann so weit getrieben werden, dass mit herkömmlichen Reinigungsmitteln kein Effekt mehr erzielt werden kann. Benutzt man den Schwamm dennoch weiter, setzt man sich einem hohen gesundheitlichen Risiko aus.

Epilog

Ich möchte keineswegs den Teufel an die Wand malen. Interessant finde ich den Mechanismus, der hinter dem Schwammputzen zu erkennen ist. Er schlägt die allzu menschliche Vermutung, dass Reinigen immer zu einer Verbesserung führt. Hier ist gerade das Gegenteil der Fall. Je mehr man reinigt, desto schmutziger wird das geputzte Objekt, also der Schwamm.

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