Kreatives Denken: Abkürzungen auflösen

In Kreuzworträtseln werden oft Abkürzungen für einen gesuchten Begriff gesucht. Beispielsweise sollen die Rätselrater/innen die Kurzform von «Million» mit drei Buchstaben in die Felder eintragen. Schwieriger als die «Million» abzukürzen ist es, das Kürzel für «Nordatlantisches Verteidigungsbündnis» zu finden. Nein, es lautet weder NAVB noch NV und schon gar nicht NaVeBü. Richtig ist ganz eindeutig NATO, das Akronym von «North Atlantic Treaty Organisation», also einem englischen Ausdruck.

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Search Engine Optimization, zu Deutsch: Suchmaschinenoptimierung (Bildquelle: pixabay.com)

Weil wir nun alle schon Hunderte von Kreuzworträtsel gelöst und vielleicht einige Tausend Zeitungsberichte gelesen haben, wissen wir im Schlaf, wie man gewisse Begriffe stutzt usw. usf. etc. pp. … pp.? Wisst Ihr wirklich, was dieses doppelte P bedeutet?

Be creative! And KIR (keep it reasonable)

Ihr seht, Abkürzungen zu bilden ist mehr oder weniger einfach. Aber Abkürzungen auflösen, das braucht ganz schön Denkmasse zwischen den Ohren. Es ist ein kreativer Akt, der allerdings ein Gespür für das Sinnvolle verlangt. Logisch! Denn drei beliebige Buchstaben können in sehr viel mehr Begriffen ausgeschrieben werden als einen Begriff auf drei Buchstaben zusammenzuquetschen. Im Falle von «pp.» nach «etc.» könnte man auf «perpetuum (mobile)», «per pound», «per page» oder etwa «pro patria» schliessen und damit voll danebengreifen. Sinnvoll und richtig ist das Lateinische «perge, perge» – «fahre fort, fahre fort». Ok, das geht’s jetzt in medias res:

Jetzt knoble mal!

Die Aufgabe des heutigen «Kreatives Denken» lautet, die folgenden Abkürzungen auszudeutschen. Viel Vergnügen! Lösungen folgen später.

  1. UN (Politik)
  2. VN (Politik)
  3. CEO (Business)
  4. Empa (Forschung)
  5. Eawag (Forschung)
  6. ETH (Bildung)
  7. PPV (Zahlungsform)
  8. HTML, CSS, JS (Web-Programmierung)
  9. UVP (Handel)
  10. OVP (Handel)
  11. GF (ein Unternehmen)
  12. OSCE (Politik)
  13. TÜV (Ihr wisst schon, was gemeint ist)
  14. EWZ (leicht insider, für Zürcher)
  15. DAX (Handel)
  16. DJ (nicht der Musikmixer)
  17. CNN (kennt Ihr doch, oder!?)
  18. BBC (dito)
  19. RNL (Handball)
  20. HSG (Bildung)
  21. IKEA (…)
  22. ETF (Finanzen)
  23. ETC (Finanzen)
  24. a. i. (so etwas wie «stellvertretend»)
  25. Cu, Ag, Au (Chemie, auch: Olympia)

 

Kreatives Denken (Teil 4)

Beim Spiegel-Online-Rätsel von dieser Woche geht ums Schätzen. Gefragt ist: Wieviele Liter Zahnpasta werden in Deutschland jährlich verbraucht, wenn sich alle Leute morgens und abends die Zähne putzen?

Bei dieser Aufgabe sollen wir schätzen, indem wir überschlagsrechnen. Das Resultat soll plausibel sein. Es präzise und in diesem Sinne richtig zu bestimmen, wird ohne Recherche in Statistikdatenbanken oder ähnlichem kaum gelingen.

Zahnpasta

Also gehen wir von diesen Annahmen aus:

  • Jede Einwohner, jede Einwohnerin Deutschlands putzt sich zweimal am Tag die Zähne
  • Es gibt 80 Millionen Leute in Deutschland. Das sollte man wissen 🙂
  • Ein Jahr hat 365 Tage
  • Für jedes Mal zähneputzen braucht es …. Milliliter Zahnpasta? Das ist nun der Knackpunkt. Ich schätze, dass es zwei Milliliter sind.

Jetzt verknüpfen wir die Annahmen:

80 Millionen Leute putzen sich an 365 Tagen zweimal die Zähne mit zwei Milliliter Zahnpasta. Oder in Mathematisch: 80’000’000 * 365 * 2 * 2 = 116’800’000’000 … sagen wir 117 Milliarden Milliliter Zahnpasta.

Zum guten Schluss müssen wir die Milliliter- und Literangaben umrechnen. Ein Liter enthält 1’000 Milliliter – «milli» ist die lateinische Vorsilber für «tausend». Darum heisst das Ergebnis 117’000’000 Liter. Ist das plausibel? Wir werden sehen, wenn das Ergebnis von Spiegel-Online daherfliegt.

Eine vergleichbare Frage, die öfter in solchen Kreativitäts- / Brainteaser-Tests auftaucht ist diese: Wie viel wiegt Manhatten? Finden Sie eine plausible Antwort.

Kreatives Denken (Teil 3)

Die letzten beiden Spiegel-Online-Rästel schienen mir etwas bocklos. Darum habe ich nach einem Ersatz gesucht und just heute Abend gefunden. Es handelt sich um das Treitz-Rätsel auf im Web von Spektrum der Wissenschaft.

Es geht um ein Regal, ein Bücherregal, um genau zu sein. Darin oder darauf reihen sich 20 Bände eines Lexikons. Jeder Band 1,50 cm breit. Ein Bücherwurm frisst sich nun von der ersten bis zur letzten Seite des Lexikons. Welche Strecke legt er dabei zurück?

Wenn Sie auch zum Grossteil der Bevölkerung gehören, der bis heute nicht gesehen hat, was er nicht sieht, dann habe ich hier etwas für Sie. Stellen Sie sich die 20 – oder wie viele auch immer – Bücher in besagtem Regal vor. Wo befindet sich die erste und wo die letzte Seite? Die Grafik hilft beim Vorstellen, auch wenn sie nur ratzefatze gebaut wurde.

Buecherwurmraetsel

Die Antwort auf die Frage lautet: Seite 1 im ersten Band des Lexikons befindet sich kurz vor dem zweiten Band. Die letzte Seite des letzten Bandes treffen Sie nach dem vorletzten Band. Somit frisst sich der Bücherwurm, der sich von der ersten bis zu letzten Seite des Lexikons durchbeisst, durch 18 Bände. Achtzehn mal 1,5 cm ergibt … 27 cm. Und das ist auch die richtige Lösung des Treitz-Rätsels von heute, 16. Juni 2016. Wenn Sie diese Form des Bücherwurm-Rätsels zu einfach finden, hat Kollege Treitz noch eine kompliziertere Variante ins Netz gestellt. Viel Spass auch damit.

Kreatives Denken (Teil 2)

Heute Morgen flatterte auch schon die zweite Aufgabe zum kreativen Denken von Spiegel Online daher. Es geht um Wortbrücken. Zwei Begriffe gibt die Redaktion vor. Sie scheinen meist frei von jedem Zusammenhang nebeneinander zu stehen. Nun soll der Rätselrater ein Wort finden, welches das erste Wort hinten, das zweite Wort vorne ergänzt, und so beide Ausgangsphrasen in Beziehung setzt – sprich: Man soll eine Wortbrücke schlagen. Das da unten sind die Wörter, wobei das Lösungswort jeweils fett und in Grossbuchstaben geschrieben ist:

FahrradSCHLOSSGarten

BuchLADENLokal

RegenSCHIRMMütze

KartoffelKELLERSchlüssel

FussBALLJunge

Kreatives Denken (Teil 1)

SanduhrSeit dieser Woche läuft eine Challenge für alle Querdenker, Rätselfreunde und Leute, die das werden wollen. Spiegel Online versorgt einen acht Wochen lang mit allerhand Knobelaufgaben – pardon: Brainteasers, wie sie im Jargon heissen. Bei solchen Aufgaben muss man „um die Ecke“ oder eben kreativ denken. Logik braucht es meistens, Rechnen führt in der Regel in die Irre oder spielt nur eine untergeordnete Rolle. Das trifft beispielsweise auf den ersten von acht Brainteasern, der mir am 24. Mai 2016 ins E-Mail-Postfach flatterte. Es handelt sich um ein Umschüttungsproblem, eines mit zwei Sanduhren. In der einen fliesst der Sand in fünf, in der anderen in sieben Minuten von der oberen in die untere Kammer. Wie nun können Sie eine Dauer von 13 Minuten allein mit diesen zwei Sanduhren abmessen? Hm, knifflig!? Das dachte ich zunächst auch. Doch die Lösung ist einigermassen einfach. Erstmal sollen beide Uhren den Sand in nur einer ihrer Kammern haben. Dann kippen Sie beide Teile gleichzeitig, sodass der Sand zur je anderen Kammer zu fallen beginnt. Nach fünf Minuten ist die kleinere Uhr durch, in anderen hat es noch Sand für zwei Minuten, einverstanden? Gut. Nun stürzen Sie die Fünfminutenuhr auf deren Kopf und warten bis der restliche Sand in der Siebenminutenuhr vollständig durchgebröselt ist. Wie lange wird von jetzt an die Fünfminutenuhr noch laufen? Richtig! Exakt drei Minuten. Sie ahnen, was kommt: Die Messung beginnt. Die kleine Uhr mit total fünf Minuten Laufzeit wird die übrigen drei Minuten weiter, anschliessen noch zweimal voll laufen gelassen. Danach stoppt die Messung. Drei plus fünf plus fünf ergibt … 13 … es ist vollbracht. Am 27. Mai – morgen! – erscheint die Lösung der Spiegel-Redaktion. Bin gespannt, ob es noch kürzere Lösungswege gibt. Fürs Erste sag‘ ich Ihnen «auf Wiederlesen» … und jetzt auch gleich wieder «Hallo!». Die Lösung der Redaktion traf mittlerweile ein. Mir scheint, als ob diese Musterlösung der eben beschriebenen zwar ähnelt, aber noch ein Stück eleganter daherkommt. Beurteilen Sie selbst:

Unser Lösungsvorschlag, der nicht der einzig richtige sein muss: Der Mann startet beide Uhren gleichzeitig. Nach fünf Minuten ist die erste Uhr durchgelaufen und wird von dem Mann ihm sofort wieder umgedreht. Sieben Minuten nach dem Start ist auch in der zweiten Uhr der Sand durchgerieselt und der Mann dreht auch die Sieben-Minuten-Uhr gleich wieder um.

Zehn Minuten nach Beginn ist die Fünf-Minuten-Uhr zum zweiten Mal durch. Die Sieben-Minuten-Uhr ist dann bereits drei Minuten gelaufen. Jetzt kommt der Kniff: Der Mann dreht die Sieben-Minuten-Uhr, die seit drei Minuten läuft, direkt wieder um. Nachdem er die Uhr umgedreht hat, braucht diese noch drei Minuten, bis sie abgelaufen ist. Damit hat der Mann 13 Minuten gestoppt.

 

Naive Logik!

Heute habe ich mir einige Brainteaser, also Knobelaufgaben, vorgenommen. Die meisten löste ich spielend. Beispielsweise diese: Eineinhalb Hühner legen an eineinhalb Tagen eineinhalb Eier. Wie viele Eier legt ein Huhn an einem Tag? Die richtige Antwort lautet «zwei Drittel Eier». Zu dieser Lösung führt einen ein doppelter Dreisatz. Zunächst errechnet man, wie viele Eier ein Huhn in eineinhalb Tagen legt. Das Zwischenergebnis ist «ein Ei». Im zweiten Dreisatz bestimmt man, wie viele Eier ein Huhn in einem Tag legt. Genau, es sind zwei Drittel von einem Ei. Sie werden solche Aufgaben aus der Grundschule kennen und lösen können. Anders erging es mir bei diesem Problem: In welche Richtung fährt der unten abgebildete Bus?

Bus

Nach links oder nach rechts? Fährt er überhaupt oder sogar gleichzeitig nach links und nach rechts? Sie sehen: Erwachsene neigen dazu, solche Probleme analytisch zu lösen. Kinder, die man zur Fahrtrichtung des Wagens befragte, antworteten im Brustton der Überzeugung, dass der Bus nach links fahre. Genau das ist auch die richtige Lösung. Denn wenn der Bus nach rechts fahren würde, sähe man die Türen, durch welche die Leute ein- und aussteigen, begründeten die Kinder ihre Lösung. Im Unterschied zu Erwachsenen rückten die Sprösslinge dem Problem ganzheitlich zu Leibe, und nicht analytisch. Dies, indem sie sich den Wagen in seiner Umwelt vorstellten, vor ihrem geistigen Auge also den Bus auf einer Strasse mit Rechtsverkehr von einer Haltestelle aus losfahren sahen.

Eine Chance, es den Kindern gleich zu tun, bietet Ihnen die folgende Aufgabe, die von Zeit zu Zeit in sozialen Medien auftaucht:

99 = 2
1953 = 1
86 = 3
77 = 0
66 = ??

Sie wissen es? Dann gratuliere ich Ihnen. Falls Sie nicht sehen, was sie nicht sehen, hier ein Tipp: Zählen Sie! Die Antwort liefere ich ein andermal.

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