Faktist (2)

Eigenheimverkäufer, die ihr Haus für 494 500 US-Dollar angeboten hatten, erzielten einen Preis, der näher an ihrem Erstangebot lag, als Leute, die ihr Haus für 500 000 US-Dollar ausgeschrieben hatten. Wer also eine präzise Preisangabe macht, muss weniger hohe Einbussen hinnehmen als jemand, der mit einem glatten Betrag in die Verhandlungen startet.

Quelle: http://www.curiosity.com

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Faktist (1)

Erwachsene und Babys unterscheiden sich in der Geschmackswahrnehmen. Neugeborene haben neben den Rezeptoren auf der Zunge auch welche an den Wangen, auf den Mandeln und an der Kehle. Ausserdem können Babys bis zum vierten Monat nach der Geburt Salziges nicht schmecken.

Quelle: http://www.curiosity.com

 

Lasst uns Doping legalisieren!

Männerabend. Vater, Schwager und meine Wenigkeit reisen zum Diamond-League-Meeting in Zürich-Altstetten. Wir unterhalten uns. Nichts Tiefschürfendes, mehr über die Welt als über Gott. Wohl angesichts des sportlichen Grossereignisses dieses 24. Augusts kam die Sprache auf das Thema Doping. Eine Überlegung wert fand ich den Vorschlag meines Schwagers: Doping legalisieren, und zwar so:

  • Wer dopen will, soll dopen. Alt genug sind die Profis, um sich über mögliche Konsequenzen im Klaren zu sein. In puncto Gesundheit, Lebenserwartung etc., meine ich.
  • Wer dopt, soll das deklarieren. Ein Radfahrer, Tennisspieler oder Leichtathlet gibt eine Liste aller leistungsfördernder Substanzen, die er einnimmt bei seinem Verband und/oder der World Anti Doping Agentur (Wada) ein.
  • Aufgrund dieser Liste ermitteln Experten ein Handicap, das den Leistungsvorsprung des Gedopten gegenüber einem Natural-Sportler ausgleichen soll. Beispielsweise könnte einem gedopten 10’000-Meter-Läufer seine Endzeit um fünf Prozent erhöhen.
  • Wer dopt, aber nicht deklariert, wird bitter bestraft. Lebenslängliche Sperre und eine richtig fette Busse.

Wie würdest du dich entscheiden?

  • No dope
  • Dope ’n‘ declare
  • Dope, but keep it secret

 

 

Du entscheidest dich gegen Doping, trittst also sauber zu deinen Wettkämpfen an. Eine weise Wahl. Sportlich verlierst du nichts, weil die Doper ja mit Handicap starten. Ausserdem riskierst du deine weder Gesundheit noch Lebenserwartung.

Angenommen, du fährst eine «Dope ’n‘ declare»-Strategie. Sportlich gewinnst du nichts, weil dir ein Handicap aufgebrummt wird. Aber du verlierst auch nichts, ausser womöglich deiner Gesundheit.

Dritte Variante: Du dopst, aber verheimlichst es. Du riskierst alles, kannst aber auch alles gewinnen. Sportlich wirst du zu den stärksten Athleten gehören, aber wehe, wenn du in einer Kontrolle hängen bleibst! Dann verlierst du auf Lebzeiten deinen Job, musst vielleicht sogar Schulden machen, um die Geldbusse zu bezahlen, und obendrauf steigt die Wahrscheinlichkeit von gesundheitlichen Spätfolgen.

Welche Wahl ist die beste?

Ganz klar: Wenn du das Risiko liebst, wirst du dich für die dritte Variante entscheiden. Die ist sportlich gesehen am attraktivsten. Weil du aufgrund der leistungsfördernden Substanzen einen Konkurrenzvorteil haben wirst, aber ohne Handicap an den Start gehen kannst. Aber eben, du weisst schon, was du riskierst. Kommt es zum Fall aller Fälle, verlierst du alles. Die beste Wahl wird mit einem Schlag zur schlechtesten. Deshalb würde ich mich gegen dieses Vorgehen entscheiden. Oder könntest du mit einem solch hohen Verlustrisiko leben?

Bleiben noch die erste und zweite Strategie. Letzere macht irgendwie keinen Sinn, ist sportlich gesehen ein Nullsummenspiel – einen Schritt vorwärts durch Doping, einen Schritt zurück wegen Handicap. Du kannst also ohne Mühe auf Doping verzichten und so erst noch deiner Gesundheit etwas Gutes tun.

Der Vorschlag meines Schwagers setzt also die Anreize so, dass sich alle Sportler gegen Doping entscheiden, die nicht gerade exorbitant risikofreudig sind. Alles perfekt. Jetzt braucht es nur noch einen Verband, der die Idee aufnimmt und im Einzelnen regelt. Wer ist dabei?

Wenn dir der Vorschlag gefällt, dann teile diesen Post mit deiner Online-Community. Oder schreib deine Meinung ins Kommentarfeld. Danke für die Aufmerksamkeit!

 

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Eszett

Der Rat für deutsche Rechtschreibung war es, der letzte Woche eine für ein «Hoppla!» unter Typografen sorgte. Das bisher nur als Kleinbuchstabe existierende Eszett gibt es nun auch als Versal.

Eszett_Versal

Das kleine Eszett (ß) wird in Deutschland  angewendet, wenn ein Doppel-s nach einem langen Vokal folgt, zum Beispiel:

  • das Mass – das Maß
  • fliessen – fließen
  • der Fuss – der Fuß
  • grüssen – grüßen
  • geniessen – genießen

Aber:

  • der Kuss – der Kuss
  • die Masse – die Masse
  • hissen – hissen
  • der Riss – der Riss
  • der Fluss – der Fluss

Ihr seht schon. Das Eszett kommt im Deutschen immer innerhalb eines Wortes oder an seinem Ende zum Einsatz. Niemals jedoch findet sich ein Eszett am Wortanfang. Oder wer kann mir ein Wort nenne, das mit einem Doppel-s respektive dann mit einem Eszett anfängt?

Darum fragt sich unsereins, warum es denn nun das Eszett auch als Grossbuchstabe überhaupt braucht. Die Begründung des Rechtschreibrat: Wenn Wörter in Versalschrift geschrieben werden, braucht es das grosse Eszett. Dies beispielsweise bei Namen, die in Reisepässen mit Grossbuchstaben vermerkt werden, also:

  • Anna Strassmann – ANNA STRAẞMANN
  • Stefan Krausse – STEFAN KRAUẞE

Aber auch:

  • das Mass – das MAẞ
  • fliessen – FLIEẞEN
  • der Fuss – der FUẞ
  • grüssen – GRÜẞEN
  • geniessen – GENIEẞEN

Zumindest auf der Tastatur meines Notebooks finde ich das Eszett allerdings nirgends. Darum scheint es mir ganz nützlich zu sein, die alt-Befehle für das grosse und das kleine Eszett zu kennen. Voilà:

alt + 7838 ergibt das grosse Eszett ẞ
alt + 225 ergibt das kleine Eszett ß

Korrektur lesen

Korrekturlesen ist langweilig, Tippfehler sind nicht relevant, solange der Inhalt passt, und ausserdem weiss heute sowieso niemand mehr so recht, welche Schreibweise richtig und welche falsch ist.

So etwa lauten die Argumente, mit denen sich Schreibende immer wieder vor Schlusskorrekturen drücken. Und ja, ich gebe zu, dass ich auch lieber Texte schreibe als sie zu korrigieren. Deshalb und weil ich von Berufs wegen oft Korrektur lesen muss, habe ich mir ein paar Strategien zurechtgelegt, die mir die Arbeit erleichtern und die ihr euch gerne abkupfern könnt.

Die Einstellung macht’s: Lerne dazu!

Jeder Text enthält Wörter oder Ausdrücke, die rechtschreiblich anspruchsvoll sind und selbst geübte Schreiber in Zweifel geraten lassen. Da hilft meist nur ein Blick in den Duden oder auf Canoo. Dafür weiss man hinterher, ob es nun «zu fünft» oder zu «zu Fünft», «von Amtes wegen» oder «von Amteswegen», «Nummer sicher» oder «Nummer Sicher» heisst. Mit anderen Worten: Man lernt! Und wer mit der Einstellung «Hey, ich will beim Korrekturlesen auch was lernen» an die Sache geht, arbeitet sicher motivierter und daher leichter als jemand, der nur auf Pflichterfüllung bedacht ist.

Schlüsselwörtern folgen

Korrekturlesen geht auch anders, als den Text vom ersten bis zu letzten Buchstaben brav durchzulesen. Stattdessen sucht ihr Euch etwa zehn Schlüsselbegriffe aus, von denen ihr wisst, dass sie im Text häufig vorkommen. Dementsprechend sollten diese Ausdrücke stets richtig geschrieben sein. Prüft also zunächst, ob dies der Fall ist, indem ihr die Suchfunktion des Textverarbeitungsprogramms nutzt.

«Mit der Schlagwort-Korrektur-Methode war ich doppelt so schnell und effektiv wie mit der klassischen Korrekturmethode.»

Geht zuerst mögliche falsche Schreibweisen durch, beispielsweise «Kundenbratung». Anschliessend sucht ihr auch nach der richtigen Schreibweise, also «Kundenberatung». Wenn immer euch die Suchfunktion einen Treffer anzeigt, korrigiert ihr nicht nur das einzelne Wort, sondern den gesamten Abschnitt, in dem dieses Wort steht. Dabei findet ihr mögliche weitere Fehler und könnt sie gleich ausmerzen.

Ich habe die Methode kürzlich getestet und eine kleine Statistik geführt. In einem über 100-seitigen Text habe ich damit innerhalb von zwei Stunden 110 Fehler eliminiert. Die anschliessende A-bis-Z-Korrektur des Textes förderte innerhalb von vier Stunden nochmals 120 Fehler zutage. Das heisst, dass ich mit der Schlagwort-Korrektur-Methode doppelt so schnell und effektiv war wie mit der klassischen Korrekturmethode.

Den Text vom Ende her lesen

Dieses Vorgehen könnt ihr auf einzelne Wörter, Sätze, Abschnitte oder ganze Texte anwenden. Beginnt einfach mit dem Schlusspunkt und lest bis an den Anfang zurück. Damit entgeht er der Versuchung, über den Text hinwegzulesen und kleinere Fehler zu übersehen. Denn ihr werdet weniger auf Inhalt und Sinn achten, dafür umso mehr auf die Syntax.

Wie war das nochmal?

In diesem Beitrag habe ich einige Beispiele von richtig und falsch geschriebenen Ausdrücken verwendet, ohne zu sagen, was denn nun gilt. Hier die Auflösung:

richtig falsch
zu fünft zu Fünft, zufünft, Zufünft etc.
von Amtes wegen von Amteswegen, von amteswegen etc.
Nummer sicher Nummer Sicher, Nummersicher etc.

 

Im Übrigen schreibt man «Korrektur lesen», wenn von einer Tätigkeit die Rede ist: «Ich lese Korrektur». Das verhält sich gleich wie bei «Ich fahre Rad». Hingegen heisst es «Korrekturlesen», wenn der Ausdruck als Substantiv gebraucht wird: «[Das] Korrekturlesen kann auch Spass machen.»

Sesam, öffne dich!

Was machten unsere Vorfahren, wenn sie am Wochenende mit leerem Geldbeutel ein Glace oder einen Eistee oder ein Zug-Ticket von St. Gallen nach Zürich kaufen wollten? Ganz klar griffen sie nicht zu Plastikgeld, weil es erst später Verbreitung fand. Genausowenig zogen sie sich ein paar Scheine aus dem am nächsten gelegenen Bancomat. Denn Geldautomaten gibt es erst seit 50 Jahre!

Ein Schotte hat ihn erfunden, den Geldausgabeautomat

Zwar hatte George Luther Simjian schon 1939 eine Art Bancomat entwickelt, das Gerät aber mangels Akzeptanz bei den Leuten nach einem halben Jahr wieder abgebaut. Erst im Juni 1967 installierte der Schotte John Shepherd-Barron den ersten funktionstüchtigen Geldautomat. Das Gerät soll in Enfield Town nördlich von London bei der Barclays Bank Schecks gegen Bargeld getauscht haben und in der Bevölkerung Anklang gefunden haben.

Erster Geldautomat auf europäischem Festland in der Schweiz

In der Folge übernahm die Schweizerische Nationalbank das Konzept von Shepherd-Barron. Weitere Länder, Banken und Herstellerfirmen folgten. Und ich erinnere mich noch genau an meine Kindheit: Damals hiessen die Geräte noch „Sesam“. Also sagte man damals, vor etwa 30 Jahren: „Ich muss noch beim Sesam vorbei.“ Tönt fast ein wenig wie im Märchen von Ali Baba und seiner Schatzhöhle … obschon die Bezeichnung „Sesam“ damit wohl nichts zu tun hat, sich wohl eher auf die Software der Geldautomaten bezogen haben wird.

1 600 Geldautomaten auf eine Million Einwohner in Österreich

Heute kann die Schweizer Bevölkerung an über 7000 Bancomaten Bargeld beziehen. Damit kommen pro eine Million Einwohner rund 834 Bancomaten. Mit dieser Geldautomaten-Dichte hält die Schweiz mit beispielsweise Italien Schritt. Unsere südlichen Nachbarn verfügen über 832 Geldautomaten pro eine Million Einwohner, wie eine Infografik von Statista zeigt.

Statista_Infografik_Geldautomaten

Länder wie die Niederlande, Finnland oder Schweden haben deutlich weniger Geräte in Betrieb. Der EU-Durchschnitt von 879 Automaten auf eine Million Menschen übersteigt das Niveau der Schweiz zwar nur leicht. Klarer fällt aber der Vergleich mit Österreich aus. Dort gibt es 1 600 Geldausgabeautomaten pro Million Einwohner. Auch in Portugal, Belgien, Grossbritannien, Spanien, Deutschland liegt die Geldautomaten-Dichte höher als in der Schweiz.

Bargeldliebhaber

Heisst das nun, dass in der Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Staaten weniger Bargeld im Umlauf ist? Sind wir hierzulande etwa bargeldscheu? Weit gefehlt! Pro Kopf zirkulieren in der Schweiz mehr als 9 200 US-Dollar, im Euroraum nur etwa 3 600 US-Dollar und in den USA etwas mehr als 4 400 US-Dollar; die Angabe in US-Dollar dient hier nur der Vergleichbarkeit. Die Schweizerinnen und Schweizer gehören also zu den Bargeldliebhabern, wenn man so will.

Das zeigt, dass wir unserer Währung, dem Schweizer Franken, vertrauen und davon ausgehen, dass ihr Wert stabil bleibt. Zu Recht, wie ich meine und gerade in den letzten Jahren immer wieder deutlich wurde. So lohnt es sich schliesslich, immer etwas Schweizer Franken im Haus zu haben – auch wenn wir heute nicht mehr Zahlungsnot geraten wie unsere Vorfahren damals, als es noch keine Geldautomaten gab.

Deutsch-Grammatik: Manchmal kann man nur noch raten.

Ich wusste es nicht. Oder habe ich nur falsch geraten, als ich heute in schlaftrunkenem Zustand das 20min-Quiz zu den Pluralformen von 15 Wörtern löste? Jedenfalls lautet der Plural von „der Hass“ … Ja, wie lautet der eigentlich? Ratet mal. Die Antwort erfahrt ihr, wenn ihr 20min-Quiz löst.

Übrigens: Was meint ihr, wie man die Mehrzahl von „das Quiz“ bildet? Es gibt zwei Versionen. Die eine schreibt sich „die Quiz“, die andere lautet „die Quizze“.

Auch etwas speziell verhält sich die Pluralbildung folgender Nomen. Testet euch selbst!

  • der Saal
  • das Museum
  • der Index
  • das Plenum
  • das Chaos
  • der Lapsus
  • die Spontaneität
  • die Butter
  • das Glück
  • das Geld

Lösungen

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