Eszett

Der Rat für deutsche Rechtschreibung war es, der letzte Woche eine für ein «Hoppla!» unter Typografen sorgte. Das bisher nur als Kleinbuchstabe existierende Eszett gibt es nun auch als Versal.

Eszett_Versal

Das kleine Eszett (ß) wird in Deutschland  angewendet, wenn ein Doppel-s nach einem langen Vokal folgt, zum Beispiel:

  • das Mass – das Maß
  • fliessen – fließen
  • der Fuss – der Fuß
  • grüssen – grüßen
  • geniessen – genießen

Aber:

  • der Kuss – der Kuss
  • die Masse – die Masse
  • hissen – hissen
  • der Riss – der Riss
  • der Fluss – der Fluss

Ihr seht schon. Das Eszett kommt im Deutschen immer innerhalb eines Wortes oder an seinem Ende zum Einsatz. Niemals jedoch findet sich ein Eszett am Wortanfang. Oder wer kann mir ein Wort nenne, das mit einem Doppel-s respektive dann mit einem Eszett anfängt?

Darum fragt sich unsereins, warum es denn nun das Eszett auch als Grossbuchstabe überhaupt braucht. Die Begründung des Rechtschreibrat: Wenn Wörter in Versalschrift geschrieben werden, braucht es das grosse Eszett. Dies beispielsweise bei Namen, die in Reisepässen mit Grossbuchstaben vermerkt werden, also:

  • Anna Strassmann – ANNA STRAẞMANN
  • Stefan Krausse – STEFAN KRAUẞE

Aber auch:

  • das Mass – das MAẞ
  • fliessen – FLIEẞEN
  • der Fuss – der FUẞ
  • grüssen – GRÜẞEN
  • geniessen – GENIEẞEN

Zumindest auf der Tastatur meines Notebooks finde ich das Eszett allerdings nirgends. Darum scheint es mir ganz nützlich zu sein, die alt-Befehle für das grosse und das kleine Eszett zu kennen. Voilà:

alt + 7838 ergibt das grosse Eszett ẞ
alt + 225 ergibt das kleine Eszett ß

Advertisements