Faktist: die Smartphone-Welt auf den Kopf gestellt

Zwischen 2013 und 2015 stieg der Anteil US-amerikanischer Teenager mit Zugang zu einem Smartphone von 37 % auf 73 %.

Quelle: http://www.curiosity.com

 

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Faktist. Raum oder Lifestyle? Lifestyle!

Die durchschnittliche Grösse von Appartements in den USA schrumpfte zwischen 2006 und 2016 um acht Prozent respektive um 7,5 m2 von 94,3 m2 auf 86,8 m2.

Im selben Zeitraum blieben jedoch die Mieten gleich hoch oder stiegen sogar an. Um die Mieter/innen dennoch bei Laune zu halten, werteten Appartementeigentümer, Politiker und andere lokale Organisationen die Lebensqualität im Umfeld der modernen Kleinwohnung auf.

Einkaufszentren, Restaurants, Kinos, aber auch Unternehmen und mit diesen Arbeitsplätze siedelten sich an. Unter dem Strich tauschten die Mieter/innen also Wohnraum mit Lifestyle. Besonders regen Gebrauch vom veränderten Angebot machten junge, berufstätige Leute.

Kernige Post

Heute rutschte mir ein wonniges „Hoppla“ über die Lippen, als ich meinen Briefkasten leerte. Endlich hielt ich doch noch in Händen, was ich vor einem Jahr aus Interesse am Thema „Kernkraft“ bestellt und inzwischen als verschollen abgehakt hatte: 14 Faktenblätter, fünf Broschüren, drei Faltblätter, ein Zahlen-Daten-Fakten-Heft des „Nuklearforum Schweiz„, des Vereins, der sich der friedlichen Nutzung und Weiterentwicklung von Kernkraft in der Schweiz verschrieben hat. On-Top gab es eine Tafel Haselnuss-Schokolade von Läderach. Herzlichen Dank dafür und für die reichhaltigen Informationen, die mir so manche Wissenslücke schlossen.

Im Kontrollraum

Beispielsweise ahnte ich nicht, dass sich jedermann und jedefrau während zu den Infozentren, den Kontrollräumen und Kühltürme der Kernkraftwerke Gösgen und Leibstadt führen lassen kann. So eine Führung muss unabhängig von der politischen Gesinnung ein herausragendes Erlebnis sein – wann sonst kommt einer als Normalbürger schon in einen Kontrollraum eines KKW? Ich hoffe, überhaupt nicht!

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Ja, auch das ist die Schweiz: Das Kernkraftwerk Gösgen ist eines der fünf Kernkraftwerke, die zusammen 34 Prozent des Schweizer Energiehaushalt bestreiten.

Wohin beim GAU

Im Falle eines GAU in Gösgen oder Leibstadt wäre ich selbst betroffen, weil ich in Zürich wohne und Zürich im Gefahrenradius der KKW liegt. Vor ein paar Jahren schickte mir die Schweizer Eidgenossenschaft sogar eine Packung Jodtabletten, um im Ernstfall gerüstet zu sein. Doch ganz ehrlich: Was würdet ihr tun, wenn ihr in eurer Umgebung ein Reaktor hoppsginge? Ich würde das Weite suchen, Jodtabletten hin oder her.

Um auf Nummer sicher zu gehen, würde ich wohl über die Landesgrenzen flüchten. Nach Deutschland zum Beispiel. Dort gibt es zwar acht KKW, die zusammen 10 799 MW Energie produzieren (Stand: 31.12.2016). Doch diese Menge macht nur 13 Prozent im Energiemix unseren nördlichen Nachbarn aus, was die gefühlte Sicherheit bestärkt. Zudem ist Deutschland schon einiges weiter in Sachen „erneuerbare Energien“ als die Schweiz und so gesehen ein ziehmlich geeignetes Fluchtziel bei einem GAU.

Zum Vergleich: In der Schweiz betreiben wir fünf KKW, die nur 3 333 MW Energie pro Jahr hervorbringen und damit rund einen Drittel der Schweizer Energieversorgung bestreiten. Doch die Reaktoren sind älter und die erneuerbare Energien hinken mit Ausnahe der Wasserkraft noch etwas hinterher.

China mit nur vier Prozent Atomenergie

Diese Zahlen haben mich nun noch nicht vom Hocker respektive Bürostuhl gehauen. Doch dann fiel mein Blick auf die Daten zu China, die in der Broschüre „Kernkraftwerke der Welt“ verzeichnet sind. Sage und schreibe lächerliche vier Prozent des Energiehaushalts geht im Reich der Mitte auf Uran und Co. zurück. Sehr fortschrittlich … … meine Euphorie wurde ebenso jäh gebremst wie sich die Hoffnungen auf einen hohen Anteil erneuerbarer Energie am chinesischen Energiemix zerschlugen. Die Bilder vom Smog in Grossstädten wie Beijin tauchten auf und bewahrheiteten sich mit einem Blick in die Statistik der Bundeszentrale für politische Bildung: China zieht etwa zwei Drittel seiner Energie aus Kohle. Immerhin zehn Prozent kommen aus erneuerbaren Energiequellen. Und dieser Prozentsatz ist wiederum doppelt so hoch wie der der USA. In der Vereinigten Staaten werkeln volle 99 KKW, die rund 99 869 MW pro Jahr erzeugen. Die Energiemenge deckt einen Fünftel des Energiebedarfs der Nordamerikaner.

Läderach!

Wenn ihr bis hierher mitgelesen habt, zolle ich Euch Respekt für euer Interesse am Thema, kann aber auch verstehen, wenn dieses seine Grenzen hat. So ist es zumindest bei mir. Zahlen sind nützlich, Worte ebenfalls. Doch bei Läderach-Schokolade werde sogar ich schwach. En guete! Fortsetzung der Nuklear-Geschichte folgt.

Fall „Yates“ lässt tief blicken

 

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Bildquelle: Washington Post

 

Yates war nur kommissarisch im Amt, weshalb sie relativ unabhängig ihre Meinung vertreten konnte – früher oder später würde sie ihr Amt so oder so abgeben müssen. An ihrem Beispiel sieht man also, was mit Leuten geschieht, die in der Trump-Administration ihre wahre Überzeugung kundtun. Umgekehrt lässt der Fall „Yates“ auf die Zahl der Maulkörbe schliessen, die Trump seiner Entourage verpasst hat. Es muss sich um ein Heer von Ja-Sagern handeln. Das passt ins Bild. Ein Narzisst wie Trump umgibt sich am liebsten mit Bewunderern, er braucht das für sein Ego.

Erfahren Sie mehr über den Fall „Yates“. Die FAZ berichtet.

 

 

 

„Mehr Tempo als Substanz“ (NZZ). Ein Kommentar.

Tatsache ist, dass Trump in der ersten Woche seiner Amtszeit so viele Dekrete erliess, wie kein anderer Präsident der jüngeren Vergangenheit es getan hat. Daran finde ich allerdings nichts, was Demokratie und Gewaltenteilung zuwiderlaufen würde.

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Zwölf Dekrete in der ersten Amtswoche. Trump macht ernst mit Wahlversprechen. Gut beraten ist, wer sich nicht zu sehr auf das Gegengewicht von Kongress und Judikative verlässt. Bildquelle: NZZ.

 

Schliesslich ist der US-Präsident vom Volk gewählt und damit nicht weniger demokratisch legitimiert als der Kongress.

Zudem zeichnet sich das Regierungssystem der USA durch Gewaltenverschränkung aus, nicht nur Gewaltenteilung. Die legislative Gewalt liegt deswegen zwar zur Hauptsache beim Kongress, aber eben auch beim Präsidenten.

Der kann im Übrigen gegen Beschlüsse, mit denen der Kongress die finanziellen Mittel für die Umsetzung von präsidialen Dekreten verweigert, sein Veto einlegen. Dann braucht’s im Kongress eine Zweidrittelsmehrheit, um einen Erlass des US-Präsidenten auszuhebeln.

Die Trump’schen Dekrete sind deswegen durchaus als wirkungsvolle Erlasse ernst zu nehmen. Da hilft auch ein Verweis auf die Judikative und den Kongress nicht weiter – im Gegenteil: Solcherlei Argumente verwässern die reale Bedeutung und die möglichen Konsequenzen der Trump’schen Anordnungen.

Mehr Tempo als Substanz. In: NZZ vom 27. Januar 2017

 

 

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