Faktist. Günstig fliegen.

Laut einer Studie bezahlen jene Passagiere am wenigsten für einen Flug, die genau 171 Tage vor dem Reisedatum buchen. Dieses Vorgehen ist sogar zuverlässiger, als eine unbeliebte Abflugzeit wie Sonntagmorgen um 6 Uhr zu wählen. Wie aber berechnet man den 171. Tag vor dem Tag X? Öffnen Sie Excel. Geben Sie im Feld A1 Ihr bevozugtes Flugdatum ein, z. B. den 1.8.2018. Nun erfassen Sie im Feld A2 diese Formel: =A1-171. Excel spielt den 11.2.2018 als Ergebnis aus – Ihr optimales Datum, um den Flug zu buchen.

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Denksportliches zum Bitcoin-Taucher

Der Bitcoin hat in den vergangen Tagen so viel an Wert verloren, dass manch einem Investor die Vorweihnachtsgans im Halse stecken geblieben sein dürfte. Am 17. Dezember erreichte die Kryptowährung ein Tageshoch von 19’843 US-Dollar. Heute sackte der Wert zwischenzeitlich auf 10’908 US-Dollar ab. Der Verlust betrug rund 45 Prozent. Immerhin zog der Kurs gegen Handelsschluss am 22. Dezember wieder auf etwa 13’000 US-Dollar an, was die Verluste zumindest ein Stück weit wettmachte, mich aber nicht davon abhielt, eine Denksportaufgabe zu kreieren:

Sie haben zu Weihnachten einen Bitcoin im Wert von x US-Dollar geschenkt bekommen. In der Altjahrswoche fällt der Kurs um 50 Prozent. Sie sind leicht frustriert und fragen sich: «Um wie viel Prozent muss der Kurs nun wieder steigen, damit ich mich mit einer schwarzen Null aus den Börsenturbulenzen retten kann?»

So schwierig ist diese Aufgabe zwar nicht. Dennoch schlage ich Ihnen hier einen Lösungsweg vor.

  • Startwert eines Bitcoins beträgt x US-Dollar
  • Nach dem Kursverfall um 50 Prozent liegt der Wert bei ½•x US-Dollar = y US-Dollar
  • y ist also halb so gross wie x
  • Folglisch muss sich der Kurs von y US-Dollar verdoppelt, damit wieder der Kurs x US-Dollar erreicht wird
  • Eine Verdoppelung des Wertes kommt einem Wertzuwachs von 100 Prozent gleich

Die richtige Antwort lautet also: Der Bitcoin-Kurs muss sich nach einem Kursverfall um 50 Prozent um 100 Prozent steigern, um seinen Ursprungswert zu erhalten. Eigentlich ganz einfach, nicht wahr!?

Faktist

Im Jahr 2016 förderte Australien 14’300 Tonnen Lithium und ist damit der weltweit bedeutendste Produzent des Alkalimetalls. Doch die Zukunft als Nummer eins im Lithium-Markt dürfte Chile gehören. Denn während sich Australiens Lithium-Reserven auf 1’600’000 Tonnen belaufen, schlummern im südamerikanischen Küstenstaat 7’500’000 Tonnen, wovon pro Jahr etwa 12’000 Tonnen aus dem Boden gewonnen und vermarktet werden. Chiles Reichweite ist also fünfmal höher als jene von Australien.

Der Ressourcenreichtum des Andenstaates trifft zudem auf eine steigende Lithium-Nachfrage. Das Leichtmetall wird zwar bereits heute in Akkus verwendet. Ein Handyakku enthält etwa drei Gramm, ein Laptop rund dreissig Gramm Lithium. Im Vergleich dazu jedoch muten die zehn Kilogramm Lithium in einem Standardakku eines Elektroautos geradezu riesig an. Und genau diese Art von Akkus wird mit sich verstärkendem Trend zur E-Mobilität in höherer Stückzahl hergestellt werden, wodurch sich der Absatzmarkt zugunsten lithiumreicher Länder wie eben Chile massiv vergrössern wird.

Quelle: Statista.de

Sesam, öffne dich!

Was machten unsere Vorfahren, wenn sie am Wochenende mit leerem Geldbeutel ein Glace oder einen Eistee oder ein Zug-Ticket von St. Gallen nach Zürich kaufen wollten? Ganz klar griffen sie nicht zu Plastikgeld, weil es erst später Verbreitung fand. Genausowenig zogen sie sich ein paar Scheine aus dem am nächsten gelegenen Bancomat. Denn Geldautomaten gibt es erst seit 50 Jahre!

Ein Schotte hat ihn erfunden, den Geldausgabeautomat

Zwar hatte George Luther Simjian schon 1939 eine Art Bancomat entwickelt, das Gerät aber mangels Akzeptanz bei den Leuten nach einem halben Jahr wieder abgebaut. Erst im Juni 1967 installierte der Schotte John Shepherd-Barron den ersten funktionstüchtigen Geldautomat. Das Gerät soll in Enfield Town nördlich von London bei der Barclays Bank Schecks gegen Bargeld getauscht haben und in der Bevölkerung Anklang gefunden haben.

Erster Geldautomat auf europäischem Festland in der Schweiz

In der Folge übernahm die Schweizerische Nationalbank das Konzept von Shepherd-Barron. Weitere Länder, Banken und Herstellerfirmen folgten. Und ich erinnere mich noch genau an meine Kindheit: Damals hiessen die Geräte noch „Sesam“. Also sagte man damals, vor etwa 30 Jahren: „Ich muss noch beim Sesam vorbei.“ Tönt fast ein wenig wie im Märchen von Ali Baba und seiner Schatzhöhle … obschon die Bezeichnung „Sesam“ damit wohl nichts zu tun hat, sich wohl eher auf die Software der Geldautomaten bezogen haben wird.

1 600 Geldautomaten auf eine Million Einwohner in Österreich

Heute kann die Schweizer Bevölkerung an über 7000 Bancomaten Bargeld beziehen. Damit kommen pro eine Million Einwohner rund 834 Bancomaten. Mit dieser Geldautomaten-Dichte hält die Schweiz mit beispielsweise Italien Schritt. Unsere südlichen Nachbarn verfügen über 832 Geldautomaten pro eine Million Einwohner, wie eine Infografik von Statista zeigt.

Statista_Infografik_Geldautomaten

Länder wie die Niederlande, Finnland oder Schweden haben deutlich weniger Geräte in Betrieb. Der EU-Durchschnitt von 879 Automaten auf eine Million Menschen übersteigt das Niveau der Schweiz zwar nur leicht. Klarer fällt aber der Vergleich mit Österreich aus. Dort gibt es 1 600 Geldausgabeautomaten pro Million Einwohner. Auch in Portugal, Belgien, Grossbritannien, Spanien, Deutschland liegt die Geldautomaten-Dichte höher als in der Schweiz.

Bargeldliebhaber

Heisst das nun, dass in der Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Staaten weniger Bargeld im Umlauf ist? Sind wir hierzulande etwa bargeldscheu? Weit gefehlt! Pro Kopf zirkulieren in der Schweiz mehr als 9 200 US-Dollar, im Euroraum nur etwa 3 600 US-Dollar und in den USA etwas mehr als 4 400 US-Dollar; die Angabe in US-Dollar dient hier nur der Vergleichbarkeit. Die Schweizerinnen und Schweizer gehören also zu den Bargeldliebhabern, wenn man so will.

Das zeigt, dass wir unserer Währung, dem Schweizer Franken, vertrauen und davon ausgehen, dass ihr Wert stabil bleibt. Zu Recht, wie ich meine und gerade in den letzten Jahren immer wieder deutlich wurde. So lohnt es sich schliesslich, immer etwas Schweizer Franken im Haus zu haben – auch wenn wir heute nicht mehr Zahlungsnot geraten wie unsere Vorfahren damals, als es noch keine Geldautomaten gab.

Fünffranken und ihre Geschichte

Feiern ist schön. Besonders dann, wenn man von seiner Grossmutter eine Schachtel voll von Fünffrankenstücken erhält. Beschenkt wurde für einmal nicht ich, sondern ein Kollege von mir. Der wusste, dass ich Münzsammler bin und mich in der neueren Geschichte des Schweizer Münzwesen einigermassen gut auskenne. Sein Hilferuf kam sofort: «Sind da wertvolle Stücke dabei?»

Legierungswechsel

Heureka. Eine erste flüchtige Durchsicht ergab: Die Fünfliber stammen aus der Zeit vor 1969. Das sind die Jahrgänge, die aus einer Silber-Kupfer-Legierung herstellt wurden. Der Silbergehalt betrug zwischen 83,5 und 90 Prozent. Weil Ende der 1960er-Jahre der Preis für das weisse Edelmetall stieg, wuchs der Materialwert der Münzen über den Nennwert. Die Leute sammelten die Münzen, horteten sie. Zum Teil liegen die Silberstücke noch heute auf Dachböden, in Kellern, Nachttischen oder Schränken. Ab 1969 hat die Schweizerische Münzstätte die Umlauflaufmünzen in einer Kupfer-Nickel-Legierung geprägt. Kupfer ist zwar ein hervorragendes Metall, gilt sogar als Halbedelmetall, doch es kommt so reichlich vor, dass sein Marktwert gering ist. Dementsprechend beläuft sich der Materialwert der heutigen Fünffrankenstücke auf nur etwa zehn Rappen.

2017_05_21_Fuenffranken

Der Wechsel der Legierung stellt in der mehr als 150-jährigen Geschichte des Fünflibers den wohl markantesten Wendepunkt dar. Doch es gab immer wieder Jahrgänge, die als besondere Prägejahre in die Schweizer Münzgeschichte eingingen.

Schlaglichter auf die Geschichte des Fünflibers

Alle Münzen von zwischen 1850 bis 1916 haben auch in schlechtem Zustand wenige Hundert bis einige Tausend Franken wert. Herausragen die Münzen aus dem Jahr 1896, die im Zustand «stempelglanz» für bis zu 100 000 Franken gehandelt werden. Es gibt von diesem Jahrgang nur 2 000 Fünffrankenstücke davon.

Wertvoll sind auch die Fünfliber von 1922 und 1928, weil in geringer Stückzahl, mit Motiv «Alphirt» und einem einem Silberfeingewicht von 22,5 Gramm geprägt wurden. Bis 1922 verwendeten die Schweizer Münzmeister die «Helvetia» als Motiv. Und ab 1931 wurden die Fünfliber mit einem Feingehalt von 12.525 Gramm hergestellt, während in den Jahren 1929 und 1930 keine Fünffrankenstücke in Umlauf gegeben wurden.

Besonders wertvoll ist der Fünfliber des Jahrgangs 1928. Es gibt nur 24 000 Stücke dieser Ausgabe. Richtwert: Je nach Zustand 7 000 bis 25 000 Schweizer Franken.

Vom Jahrgang 1931 gibt es fünf Varianten. Eine davon ist eine reguläre, die genau so aussieht, wie die heutigen Fünfliber. Alle anderen sind Fehlprägungen. Bei drei Varianten haben die Mitarbeiter der Schweizer Münzstätte die Stempel für die Randsegmente falsch in die Prägemaschine eingesetzt. So entstanden Abarten, die heute für bis zu 4 000 Schweizer Franken gehandelt werden. Eine weitere Variante weist eine 70-Grad-Verschiebung der beiden Münzseiten auf. Wenn Ihr also die Wertseite aufrecht vor Euch hält, ist das Motiv auf der Bildseite um 70 Grad geneigt.

Der Jahrgang 1952 gilt als seltenster der Fünffranken-Münzgeschichte ab 1931. Es gibt 150 000 Stück, sein Wert schwankt zwischen 25 und 300 Franken.

Vom Jahrgang 1967 gibt es wiederum drei Varianten, eine davon ist korrekt, zwei sind Fehlprägungen. Bei der einen wurde das Randsegment «*** DOMINUS» über dem Kopf des Alphirten eingeprägt. Diese Abart kostet bis zu 3 500 Schweizer Franken.

1968: Diese Fünfliber wurden offiziell in Kupfer-Nickel geprägt. Bis heute sind allerdings etwa drei Stück aufgetaucht, die aus der bis 1967 / 1969 verwendeten Silber-Kupfer-Legierung angefertigt wurden. Wie denn das? Vermutlich haben die Münzmeister einige überzählige Silberronden des Jahrgangs 1967 im Jahr 1968 verarbeitet. Wie hoch der Wert dieser silberhaltigen Fünffrankenmünzen von 1968 ist, weiss ich nicht. Wahrscheinlich aber sind sie «unverkäuflich».

Die Jahrgänge 1985 bis 1993 wurden mit vertiefter Randprägung hergestellt. Die Sterne und der Schriftzug «DOMINUS PROVIDEBIT» ragen bei diesen Jahrgängen nicht heraus, sondern sind in den Münzrand versenkt. Die Münzmeister dachten, dass sich die Münzen so weniger rasch abnutzen würden. Das traf und trifft auch zu. Doch die Fünfliber mit vertiefter Randschrift büssten an Fälschungssicherheit ein. Einige Leute begannen also, diese Jahrgänge zu fälschen und sich so zu bereichern. Darum wurden alle Fünflibermünzen der Jahrgänge 1985 bis 1993 auf den 1. Januar 2004 ausser Kurs gesetzt. Doch wer bei Barzahlungen das Wechselgeld prüft, findet heute – Jahr 2017 – noch Fünfliber mit nach innen geprägter Randschrift. Ausnahmen bilden die Münzen der Jahrgänge 1991 und 1993. Diese wurden nie in den Umlauf gegeben. Sie sind nur in Münzsätzen erhältlich und haben einen Wert von je rund 150 Schweizer Franken.

Und? Grund zum Jubeln für meinen Kollegen?

Die Fünfliber, die mein Kollege von seiner Grossmutter geschenkt bekam, stammen alle aus den 1960er-Jahre. Abarten sind nicht darunter. Die Münzen sind je nach Zustand zwischen 15 und 30 Franken wert. Mein Kamerad trug es mit Fassung. Zu Recht, wie ich finde. Denn die Fünffrankenstücke der späten 1960er-Jahre wanderten aufgrund der steigenden Silberpreise in die Schatzkisten der Schweizerinnen und Schweizer. Deshalb gelangten sie nie in den Umlauf und sind heute in sehr gutem Zustand erhalten, meistens «unzirkuliert» oder «stempelglanz».

Adding manpower to a late project makes it later. Warum?

Manches im Leben verhält sich völlig anders, als es einem der gesunde Menschenverstand glauben machen will. Ein Beispiel kam mir kürzlich vor die Nase. Ein Kollege schrieb in einer E-Mail an mich unter anderem diesen Satz: «Adding manpower to a late project makes it later.» Zu Deutsch: Zusätzliches Personal verzögert ein Projekt, das schon im Verzug ist, noch weiter.

Diese Aussage wird nach einem ehemaligen IT-Projekt-Manager von IBM, sein Name ist Fred Brooks, das Brook’sche Gesetz genannt. Mich brachte es zum Nachdenken, weil es der Intuition widerspricht. Denn diese gibt einem vor, dass zusätzliches Personal mehr Output hervorbringt und so den Rückstand eines Projekts auf den Zeitplan wettmachen kann. Doch eben, Brook sagt aus seiner Erfahrung als Projekt-Manager heraus, dass gerade das Gegenteil zutrifft. Warum ist das so?

Einarbeitungszeit bindet Ressourcen

Wir müssen genau hinschauen, was passiert, wenn ein beispielsweise fünfköpfiges Team um eine Person erweitert wird: Zunächst braucht der neue Mitarbeiter, die neue Mitarbeiterin einige Zeit, um sich in das Projekt einzuarbeiten. Das aber bindet Ressourcen der fünf bestehenden Projektmitglieder. Beispielsweise muss erklärt werden, wo welche Dokumente abgelegt sind, welche Systeme zum Einsatz kommen, wer die Ansprechpartner für welche Anliegen sind, was bisher im Projekt geschah, was der aktuelle Stand und was das Ziel ist etc. etc. Während der Einarbeitungszeit werden auch Fragen aufkommen, deren Beantwortung die Zeit von Kollegen und Projektleiter beansprucht. Und schliesslich kommt es vor, dass ein neuer Mitarbeiter manch einen Fehler produziert, wodurch das Projekt zusätzlich ins Hintertreffen gerät.

Prozesse verändern sich

Zweitens: Jeder hinzukommende Mitarbeiter verändert die Prozesse, an die sich die ursprünglichen Mitarbeiter gewöhnt haben. Die Routine wird gebrochen. Neue Abläufe müssen eingespielt werden, und zwar von allen – auch vom bestehenden Personal. Dadurch verlangsamt sich der Betrieb und der Zeitplan scheint dem Projektstatus noch weiter davonzueilen.

Kommunikationsaufwand steigt

Drittens: Die Anzahl Kommunikationswege steigt im Quadrat zur Anzahl der miteinander in Austausch stehenden Personen. Bei fünf Personen gibt es 15 mögliche Verbindungen, bei sieben Leuten 28 und bei zehn Mitarbeitenden 55. Für die Mathematiker unter Euch: Die Formel, mit der Ihr die Anzahl Beziehungen von n Leuten berechnen könnt, lautet:

Formel

Grafisch dargestellt sieht das so wie im folgenden Diagramm aus. Für das Projekt bedeutet das, dass jeder zusätzliche Mitarbeiter den Kommunikationsaufwand überproportional erhöht.

n2n

Vermutlich gibt es noch einige weitere Erklärungen für das Brook’sche Gesetz. Die hier genannten sollen aber ausreichen, um den Sinn von Fred Brooks Aussage zu erhellen. Wer noch weitere derartige Gesetze studieren will, dem empfehle ich «11 wacky laws named for people»

Alte Firma, gute Firma

Lasse es 100, 125 oder 150 Jahre, jedenfalls einen sehr langen Zeitraum sein. Dann versetze Dich in die Lage eines Kommunikationsverantwortlichen des Unternehmens, das es so lange gibt. Mit welchen Argumenten würdest Du die Firma und ihre Produkte bewerben? Suggestive Frage. Die Antwort ist doch klar und klingt wohl so oder ähnlich: «Wir haben 125 Jahre Erfahrung im Markt».

Praktisch jedes Unternehmen, das es seit einigen Jahrzehnten gibt, tischt dieses Argument auf. Mir kommt es vor, als ob alte Firmen automatisch gute Firmen sind. Als Konsument frage ich deshalb zurück, was ich denn davon habe, dass Dein Unternehmen dieses Jahr seinen 125-jährigen Geburtstag feiert.

125_Jahre_Firma

Jetzt kommst Du ins Grübeln, nicht wahr? Es geht Dir nun wie mir, als mir bewusst wurde, wie sehr in der Unternehmenskommunikation mit dem Alter einer Firma geworben wird – eben ganz nach dem Motto: alte Firma gleich – automatisch und immer – gute Firma. Und gute Produkte.

Nach einigem Nachdenken kam mir der entscheidende Gedanke: Ein Unternehmen, das es seit 125 Jahren gibt, muss irgendetwas richtiggemacht haben, sonst wäre es in der Zwischenzeit vom Markt verschwunden. Langlebigkeit setzt also voraus, dass eine Firma sich am Markt behauptet. Und daher weist Langlebigkeit auf Anpassungs-, Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit, auf Resilienz und langfristiges Denken und Handeln hin. Genau diese Fähigkeiten und Eigenschaften sind es, die unter dem Strich den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.

Merken wir uns die Faustregel, dass alte Unternehmen anpassungs-, innovations-, wettbewerbsfähig, resilient sowie langfristig orientiert und darum erfolgreich sind. Für die Unternehmenskommunikation bedeutet das aber, dass man das Kind beim Namen nennen sollte. Der blosse Hinweis auf eine 125-jährige Firmengeschichte bringt nichts beziehungsweise kann die Kundschaft sogar irritieren – «Was habe ich davon, wenn die Firma schon 120 Jahre alt ist?»

Ein wirklich schlagkräftiges Argument klingt in etwa so:

Unsere Firma ist Innovationsführerin. Denn seit 125 Jahren bieten wir Ihnen stets die neuesten Produkte und Dienstleistungen an. Vor hundert Jahren brachten wir das erste tragbare Telefon auf den Markt. Heute vertreiben wir das erste zusammenrollbare Smartphone.