Faktist (3). Vögel bauen Nester – und ganze Sätze

Vögel kommunizieren miteinander, indem sie aus einzelnen Rufen auf verschiedene Weisen Sätze bilden.

Ein Team von Forschern aus Japan, Schweden und der Schweiz beobachteten, wie Japanmeisen auf das Zwitschern von Artgenossen reagieren. Sie zeichneten die Einzelrufe auf, fügten sie zu Sequenzen wie „ABC“, „D“ oder „ABC-D“ zusammen und spielten sie über einen Lautsprecher dem Vogelschwarm vor.

Als die Forscher die Lautfolge „ABC-D“ abspielten, versammelten sich die Japanmeisen und griffen den Lautsprecher an, wie wenn dieser ein Feind wäre. Liessen die Wissenschaftler hingegen den Satz „D-ABC“ erklingen, zeigten die Vögel keine Reaktion.

Folglich tragen unterschiedliche Abfolgen, sprich: Sätze, einzelner Rufe, sprich: Wörter, unterschiedliche Bedeutungen in der Vogelsprache. Dies verhält sich so wie in der menschlichen Kommunikation: „Ein Feind greift an.“ bedeutet etwas völlig anderes als „Einen Feind angreifen.“

Quelle: http://www.curiosity.com

 

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Eszett

Der Rat für deutsche Rechtschreibung war es, der letzte Woche eine für ein «Hoppla!» unter Typografen sorgte. Das bisher nur als Kleinbuchstabe existierende Eszett gibt es nun auch als Versal.

Eszett_Versal

Das kleine Eszett (ß) wird in Deutschland  angewendet, wenn ein Doppel-s nach einem langen Vokal folgt, zum Beispiel:

  • das Mass – das Maß
  • fliessen – fließen
  • der Fuss – der Fuß
  • grüssen – grüßen
  • geniessen – genießen

Aber:

  • der Kuss – der Kuss
  • die Masse – die Masse
  • hissen – hissen
  • der Riss – der Riss
  • der Fluss – der Fluss

Ihr seht schon. Das Eszett kommt im Deutschen immer innerhalb eines Wortes oder an seinem Ende zum Einsatz. Niemals jedoch findet sich ein Eszett am Wortanfang. Oder wer kann mir ein Wort nenne, das mit einem Doppel-s respektive dann mit einem Eszett anfängt?

Darum fragt sich unsereins, warum es denn nun das Eszett auch als Grossbuchstabe überhaupt braucht. Die Begründung des Rechtschreibrat: Wenn Wörter in Versalschrift geschrieben werden, braucht es das grosse Eszett. Dies beispielsweise bei Namen, die in Reisepässen mit Grossbuchstaben vermerkt werden, also:

  • Anna Strassmann – ANNA STRAẞMANN
  • Stefan Krausse – STEFAN KRAUẞE

Aber auch:

  • das Mass – das MAẞ
  • fliessen – FLIEẞEN
  • der Fuss – der FUẞ
  • grüssen – GRÜẞEN
  • geniessen – GENIEẞEN

Zumindest auf der Tastatur meines Notebooks finde ich das Eszett allerdings nirgends. Darum scheint es mir ganz nützlich zu sein, die alt-Befehle für das grosse und das kleine Eszett zu kennen. Voilà:

alt + 7838 ergibt das grosse Eszett ẞ
alt + 225 ergibt das kleine Eszett ß

Korrektur lesen

Korrekturlesen ist langweilig, Tippfehler sind nicht relevant, solange der Inhalt passt, und ausserdem weiss heute sowieso niemand mehr so recht, welche Schreibweise richtig und welche falsch ist.

So etwa lauten die Argumente, mit denen sich Schreibende immer wieder vor Schlusskorrekturen drücken. Und ja, ich gebe zu, dass ich auch lieber Texte schreibe als sie zu korrigieren. Deshalb und weil ich von Berufs wegen oft Korrektur lesen muss, habe ich mir ein paar Strategien zurechtgelegt, die mir die Arbeit erleichtern und die ihr euch gerne abkupfern könnt.

Die Einstellung macht’s: Lerne dazu!

Jeder Text enthält Wörter oder Ausdrücke, die rechtschreiblich anspruchsvoll sind und selbst geübte Schreiber in Zweifel geraten lassen. Da hilft meist nur ein Blick in den Duden oder auf Canoo. Dafür weiss man hinterher, ob es nun «zu fünft» oder zu «zu Fünft», «von Amtes wegen» oder «von Amteswegen», «Nummer sicher» oder «Nummer Sicher» heisst. Mit anderen Worten: Man lernt! Und wer mit der Einstellung «Hey, ich will beim Korrekturlesen auch was lernen» an die Sache geht, arbeitet sicher motivierter und daher leichter als jemand, der nur auf Pflichterfüllung bedacht ist.

Schlüsselwörtern folgen

Korrekturlesen geht auch anders, als den Text vom ersten bis zu letzten Buchstaben brav durchzulesen. Stattdessen sucht ihr Euch etwa zehn Schlüsselbegriffe aus, von denen ihr wisst, dass sie im Text häufig vorkommen. Dementsprechend sollten diese Ausdrücke stets richtig geschrieben sein. Prüft also zunächst, ob dies der Fall ist, indem ihr die Suchfunktion des Textverarbeitungsprogramms nutzt.

«Mit der Schlagwort-Korrektur-Methode war ich doppelt so schnell und effektiv wie mit der klassischen Korrekturmethode.»

Geht zuerst mögliche falsche Schreibweisen durch, beispielsweise «Kundenbratung». Anschliessend sucht ihr auch nach der richtigen Schreibweise, also «Kundenberatung». Wenn immer euch die Suchfunktion einen Treffer anzeigt, korrigiert ihr nicht nur das einzelne Wort, sondern den gesamten Abschnitt, in dem dieses Wort steht. Dabei findet ihr mögliche weitere Fehler und könnt sie gleich ausmerzen.

Ich habe die Methode kürzlich getestet und eine kleine Statistik geführt. In einem über 100-seitigen Text habe ich damit innerhalb von zwei Stunden 110 Fehler eliminiert. Die anschliessende A-bis-Z-Korrektur des Textes förderte innerhalb von vier Stunden nochmals 120 Fehler zutage. Das heisst, dass ich mit der Schlagwort-Korrektur-Methode doppelt so schnell und effektiv war wie mit der klassischen Korrekturmethode.

Den Text vom Ende her lesen

Dieses Vorgehen könnt ihr auf einzelne Wörter, Sätze, Abschnitte oder ganze Texte anwenden. Beginnt einfach mit dem Schlusspunkt und lest bis an den Anfang zurück. Damit entgeht er der Versuchung, über den Text hinwegzulesen und kleinere Fehler zu übersehen. Denn ihr werdet weniger auf Inhalt und Sinn achten, dafür umso mehr auf die Syntax.

Wie war das nochmal?

In diesem Beitrag habe ich einige Beispiele von richtig und falsch geschriebenen Ausdrücken verwendet, ohne zu sagen, was denn nun gilt. Hier die Auflösung:

richtig falsch
zu fünft zu Fünft, zufünft, Zufünft etc.
von Amtes wegen von Amteswegen, von amteswegen etc.
Nummer sicher Nummer Sicher, Nummersicher etc.

 

Im Übrigen schreibt man «Korrektur lesen», wenn von einer Tätigkeit die Rede ist: «Ich lese Korrektur». Das verhält sich gleich wie bei «Ich fahre Rad». Hingegen heisst es «Korrekturlesen», wenn der Ausdruck als Substantiv gebraucht wird: «[Das] Korrekturlesen kann auch Spass machen.»

Deutsch-Grammatik: Manchmal kann man nur noch raten.

Ich wusste es nicht. Oder habe ich nur falsch geraten, als ich heute in schlaftrunkenem Zustand das 20min-Quiz zu den Pluralformen von 15 Wörtern löste? Jedenfalls lautet der Plural von „der Hass“ … Ja, wie lautet der eigentlich? Ratet mal. Die Antwort erfahrt ihr, wenn ihr 20min-Quiz löst.

Übrigens: Was meint ihr, wie man die Mehrzahl von „das Quiz“ bildet? Es gibt zwei Versionen. Die eine schreibt sich „die Quiz“, die andere lautet „die Quizze“.

Auch etwas speziell verhält sich die Pluralbildung folgender Nomen. Testet euch selbst!

  • der Saal
  • das Museum
  • der Index
  • das Plenum
  • das Chaos
  • der Lapsus
  • die Spontaneität
  • die Butter
  • das Glück
  • das Geld

Lösungen

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Mit drei Hunden durch die Nacht

Englisch ist eine herrliche Sprache, nicht? Mich begeistern immer wieder die Idiome mit ihren Wortbildern, die einem zum Frieren, Schwitzen, Lachen, Weinen, Erröten, kurz: zum Mit- und Erleben bringen, als wäre man Teil dieses Bildes. Ein solches Idiom kam mir ausgerechnet in diesen Tagen mit ihren bis dato Jahreshöchsttemperaturen zu Ohren. Von „a three dog night“ sprechen unsere englischsprachigen Weltmitbürger, wenn eine Nacht nicht nur kalt oder – pardon – schweinekalt ist, sondern einem so richtig bitter bis auf die Knochen frieren, zittern, schlottern lässt.

threedognight

Nur wer drei Hunde um sich legen kann, sagt in diesem Stall „gute Nacht“.

Zur Herkunft des Idioms kursiert eine Geschichte, die zu meinem Erstaunen in Australien spielt – ich hätte sie eher im nördlichsten Norden von Grossbritannien angesiedelt aber sei es drum. Früher gab es jedenfalls noch keine Heizungen oder die Leute schliefen im Freien, beispielsweise wenn sie als Hirten ihre Brötchen verdienten. Um sich vor der Kälte zu schützen legten sie sich neben einen Hund. Wenn es sehr, sehr frostig war bettete man sich zwischen zwei Hunden. Und wenn es knochenzerreissend eisig war, brauchte es schon drei Hunde, um so eine Nacht zu überleben. Seither steht „a three dog night“ für Nächte, in denen man sich drei Hunde um den Körper legen müsste, würde man unter freiem Himmel schlafen. Hui! Bin ich froh, dass es a) Heizungen und b) Fassadenisolationen gibt sowie c) dass gerade Sommer und der Winter noch fern ist.

 

 

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Why does communication so often fail?

Recently, I attended a seminar on «Communication and Business Performance». The lecturer introduced the topic with the question, why communication so often fails. This is one of these naive, but epiphanic questions, which hit you like a flash, because you have never though about them. As nobody in the class forwarded an answer, the lecturer explained, what lead him to ask this beautiful question.

We all professionals in communication, but …

He startet with Watzlawicks first axiom of communication: You can not not communicate. According to Watzlawick communication happens all the time, even if you do not speak, lying in your bed with closed eyes and plugs in your ears. The message you send to somebody, who calls you, is : «Sorry, I am sleeping and will not take your call». So the absence of speach is in itself a kind of communication. That is what Watzlawicks first axiom is about.

And sheds light on why everyone of us has been communicating in every moment for the whole lifetime. As I am 36 years old, I have 36 years experience in the field. Therefore I am supposed to be an expert in communicating. And so are you!

But look at daily life. How many times you feel that you were missunderstood or that your collegue did not get the point you wanted you show him? And how often does it happen that you and your collegue talk, talk and talk without coming to a common understanding? Hence, my lecturer put his finger on situations, in which everyone is captured several times a day, but nobody understands why and how to get out of them. Why are there so many missunderstandings?

What follows in this text is not a theory or something like that. There are just a few thoughts about the problem to give you an idea, why communication can fail – and actually fails. However, I will not name each and every possible source of communication failure, but just the important ones. To this end I will employ a communication model. It is a really simple one, contains a sender and a receiver, the message and the communication channel. Furthermore it depicts «noise», which represents anything outside the relation between sender and receiver that could affect the communication adversely.

communication_model

A story of communication failure

Peter and Christine study at the same university. They regularily go for lunch together, and so they do this Monday. They are sitting at a table talking to each other. Let us now have a closer look at what happens. Peter, let us say, is the sender. That is, he has an idea in mind, which he would like to share with Christine. Having an idea is, in general, not a source of communication failure, because an idea arises within the mind of a person. Christine will not get aware of Peters idea, unless he encodes it in a language he and Christine are familiar with and speaks his thoughts out. By the term language I do not just mean English, German, French, Spain an the like, but also the wordings as well as the styles or slangs an official language contains. So Peter should choose the proper words to talk to Christine. For instance: «What are your plans for next weekend?» is much more understandable for Christine, decent young lady, than «What’s the deal for next Sunday?». Hence, the first source of missunderstandings is the encoding of an idea into a language and style that the receiver is not familiar with.

communication_failure

Next the communication model tells you that the message gets to the receiver through a channel. For instance Peter can talk to Christine face to face. But he can also decide to share his idea with Christine by sending her a SMS or an e-mail, even if both of them are sitting next to each other. By doing so Peter would risk that communication fails for one of these two reasons: Christine finds it strange to get an e-mail from somebody she is sitting at the same table and refuses to answer. Secondly, Christines smartphone is off as it always is over lunch. Again, there will be no conversation. The second source of communication failure is the choise of the wrong channel, a message is passed from the sender to the receiver.

As Christines ears pick up Peters sending, her brain will decode the message and it will produce an idea or image, which should be as similiar as possible to the one Peter initially had in mind. However Christine might missinterpret what Peter said. For instance: Peter asked her, what she is planning for the next weekend. She might understand either «Peter is interessed in my hobbies» or «Peter wants to meet me on Saturday evening». For her, the first interpretation feels pleasent, the second awkward. Depending on her interpretation Christine will choose, how to answer Peters question. The decoding of a message by the receiver is a third source of communication failure.

Last but not least, there is noise. Noise in general means disturbances arising from the environment and affecting a system, situation or activity antagonisticly to purpose. So in the case of the conversation between Peter and Christine, noise would come from all the other people talking to each other, from a radio playing in the backgroud or from the kitchen, in which the cooks rattle with pans and dishes. As the noise gets so intensive that Peter and Christine can no longer understand a word, communication between them fails.

Let me end with a short summary : Misstaken encoding and decoding, wrong choise of the channel and noise are four of the main reasons, why communication fails.

 

Bewohner der Welt, Irde und Irdin, Togoer oder Trinidader?

Staatsname Kurzform Staatsname Langform EZM EZF EZM EZF ADJ
Abchasien Republik Abchasien Abchase Abchasin Abchasen Abchasinnen abchasisch
Afghanistan Islamische Republik Afghanistan Afghane Afghanin Afghanen Afghaninnen afghanisch
Ägypten Arabische Republik Ägypten Ägypter Ägypterin Ägypter Ägypterinnen ägyptisch
Albanien Republik Albanien Albaner Albanerin Albaner Albanerinnen albanisch
Algerien Demokratische Volksrepublik Algerien Algerier Algerierin Algerier Algerierinnen algerisch
Andorra Fürstentum Andorra Andorraner Andorranerin Andorraner Andorranerinnen andorranisch
Angola Republik Angola Angolaner Angolanerin Angolaner Angolanerinnen angolanisch
Antigua und Barbuda Antigua und Barbuda Antiguaner Antiguanerin Antiguaner Antiguanerinnen antiguanisch
Äquatorialguinea Republik Äquatorialguinea Äquatorialguineer Äquatorialguineerin Äquatorialguineer Äguatorialquineerinnen äquatorialguineisch
Argentinien Argentinische Republik Argentinier Argentinierin Argentinier Argentinierinn argentinisch
Armenien Republik Armenien Armenier Armenierin Armenier Armenierinnen armenisch
Aserbaidschan Republik Aserbaidschan Aserbaidschaner Aserbaidschanerin Aserbaidschaner Aserbaidschanerinnen aserbaidschanisch
Äthiopien Demokratische Bundesrepublik Äthiopien Äthiopier Äthiopierin Äthiopier Äthiopierinnen äthiopisch
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